Zu Fuß nach Rom - Auf dem Franziskusweg

von Martin Engelmann

Stellen Sie sich vor Sie wandern durch eine Landschaft die so schön ist, dass es Ihnen den Atem raubt. Eine Landschaft, in der Sie das Gefühl haben, sich mit jedem Schritt selbst ein wenig näher zu kommen. Eine Landschaft , die schon vor vielen Jahrhunderten außergewöhnliche Menschen inspirierte.

Im Jahre 1181 kam Franziskus in Assisi zur Welt.  In eine wohlhabende Familie hineingeboren, genoss er eine Kindheit im Überfluss.  Sein Vater erwirtschaftete als Tuchhändler ein beachtliches Vermögen, seiner Familie sollte es an nichts fehlen.  Als junger Mann zog Franziskus schließlich in den Kampf gegen die verfeindete Stadt Perugia. Er wurde verwundet und gefangen genommen. Ein Jahr verbrachte Franziskus im Kerker, bis ihn sein Vater schließlich freikaufen konnte. Die wieder erlangte Freiheit stürzte den jungen Franziskus in eine schwere Sinnkrise. Eines Tages begegnete er auf seinen ruhelosen Wanderungen durch Assisi einem Aussätzigen. Wie von Sinnen, begann Franziskus, den armen Teufel zu umarmen und zu küssen. Ein Zeichen Gottes – dessen war sich Franziskus sicher. Diese Begebenheit sollte Franziskus und sein Leben für immer verändern. Er suchte die Einsamkeit und fand in San Damiano eine verfallene Kapelle. Als er eintrat, erblickte er ein Kreuz und als er niederkniete, soll Christus zu ihm gesprochen haben: „Franziskus, baue meine Kirche wieder auf“. Das tat er auch und sollte bald erkennen, dass Gott auch die Institution Kirche meint, die es zu erneuern galt. Wenig später geriet Franziskus in Streit mit seinem Vater, der seinen Sohn und seine neue Lebensweise nicht verstehen konnte. Franziskus kehrte seiner Familie und seinem alten Leben endgültig den Rücken und  verzichtete auf jeglichen Besitz. Zur gleichen Zeit scharten sich immer mehr Bewunderer um Franziskus. Von seiner Ausstrahlung fasziniert, schlossen sie sich ihm an – der Franziskanerorden war gegründet. Ehrfurcht und Respekt vor der Schöpfung, bedingungslose Liebe zu Mensch und Tier war ein zentraler Punkt von Franziskus Lehre. Im Jahre 1209 machte sich Franziskus zu Fuß auf den Weg nach Rom, um dort von Papst Innozenz III. die Legitimation seiner Lebensweise zu erhalten. Seine Reise führte ihn durch die schönsten Gebiete Italiens und Franziskus entdeckt die Liebe zur Natur. Jahrhunderte später wird diese außergewöhnliche Landschaft abermals zur Inspirationsquelle für große Künstler und Denker: Leonardo da Vinci, Michelangelo, Dante oder Botticelli - die Meister ihrer Epoche.

"Frieden findet man nur in den Wäldern."  (Michelangelo)

Der Pilgerweg führt von Florenz über Assisi nach Rom. 567km voll einzigartiger Natur im grünen Herzen Italiens. Während die Städte der Toskana, Umbriens und Latiums die Besucher einladen, Kunst und Kultur hautnah zu erleben, locken die beschaulichen Dörfer am Land mit ihrer pittoresken Schönheit.

Zu den Highlights des Franziskusweges gehören u.a. auch die geschichtsträchtigen Orte La Verna, Gubbio und Assisi.  Im Bergkloster von La Verna erhielt Franziskus die Wundmale Christi und so versprüht der Ort auch heute noch eine besondere Kraft, der sich die Besucher nicht entziehen können. Das mittelalterliche Gubbio lockt als älteste Stadt Umbriens mit einem atemberaubenden Panorama und erzählt die Legende von Franziskus und dem Wolf, den er hier vor den Stadttoren einst gezähmt haben soll. „Alle Wege führen ins Licht“ – so könnte man die Ankunft in Assisi, dem Geburtsort  des heiligen Franziskus bezeichnen. Assisi ist heute einer der wichtigsten Pilgerorte des Christentums.

"Mit jedem Schritt den ich gehe, komme ich mir näher."

Martin Engelmann arbeitete über drei Jahre an seiner neuen Live-Reportage und hat sich mehrmals auf den Weg begeben. Er ist kein klassischer Pilger und auch nicht auf der Suche nach Gott. Es ist die Lust am Wandern, das Bedürfnis neue Energie zu tanken und sich dem Rausch an Natur und Kultur hinzugeben, die ihn antreibt. In magischen Bildern berichtet er von seiner Reise. Sie führt ihn viele Jahrhunderte in die Vergangenheit, auf einen Weg, an dem jedes Kunstwerk wie ein Meilenstein am Wegrand steht,  um daran zu erinnern, dass die Schönheit der Landschaft die Inspiration und somit die Wiege der Kultur ist.

„Die moderne Zivilisation hat uns die Stille genommen, wer pilgert, kann sie sich zurückerobern“(Martin Engelmann)

Portrait des Referenten

Martin Engelmann ist hauptberuflich als Reisefotograf und Journalist aktiv. Mit seinen Live-Reportagen begeisterte er bereits tausende Besucher im gesamten deutschsprachigen Raum. In seinen perfekt recherchierten Vorträgen bietet er den Besuchern einen umfassenden Einblick in die Faszination des Reisens. Martin Engelmanns Fotografien erscheinen in vielen namhaften Magazinen und Zeitungen, u.a. in GEO und der ZEIT, Seit 2003 veröffentlicht der Reisefotograf zusammen mit Robert Mühlthaler den großformatigen Fotokalender "Ptolemaeus", der jährlich mit einer Gesamtauflage von 6.000 Stück erscheint. Der Reinerlös aus den jährlichen Kalenderverkäufen kommt verschiedensten Sozialprojekten in aller Welt zugute. In den letzten fünf Jahren konnten mehr als 150.000 Euro für Projekte zur Verfügung gestellt werden. Unterstützt wird die Kalenderaktion von Dr. Jane Goodall (UN-Friedensbotschafterin, Forscherin) und dem GEO-Magazin Martin Engelmann ist berufenes Mitglied der internationalen Gesellschaft für Bild und Vortrag (GBV) und unterrichtet seit 2012 an der Universität Klagenfurt "Fotografie und Präsentation".

 

Termine

DatumStadtOrtThema
19.01.2021
19:30 Uhr
Rheinfelden (D)
BZ + Buch Merkel + VHS
Bürgersaal im RathausFranziskusweg
Zu Fuss nach Rom