Quer durch Südamerika:

Galapagos  Anden  Amazonas  Atlantik

 

von Axel Brümmer & Peter Glöckner

Kaum jemand bereiste Südamerika so intensiv wie die beiden Weltumradler Axel Brümmer und Peter Glöckner. Seit Jahrzehnten hält sie dieser abwechslungsreiche Kontinent in seinem Bann. Nach jahrelangen Paddel- und Radtouren in diesem faszinierende Erdteil lockte sie eine neue Herausforderung: die Durchquerung des Festlandes in seiner ganzen Breite, immer am Äquator entlang. Ausgangspunkt waren die weit abgelegenen Galapagosinseln, auf denen einst Darwin auf Riesenschildkröten ritt und nebenbei an seiner Evolutionstheorie arbeitete. Weiter ging es zu Fuß über vergessene Inkapfade in die eisigen Höhen der Anden, wo nahe der Gletscher scheue Nandus weiden. Selbstverständlich fehlte nicht ein - wie schon bei Alexander von Humboldt - vergeblicher Besteigungsversuch des Chimborazo, des nach eucuadorianischen Angaben und vom Erdmittelpunkt aus gesehen höchsten Berges der Welt. An feuerspeienden Vulkanen führte der Weiterweg hinab in die endlose Einsamkeit des Amazonasdschungels, wo die beiden Reisenden für Wochen ihr Schicksal in die Hände eines für dortige Verhältnisse kleinen Flüsschens legten, den sie mit einem winzigen selbstgebauten Balsafloß hinabtrieben. Indianer luden sie zu Chicha, einem aus angekauten Maniok vergorenen alkoholischen Getränk ein und nahmen sie später in winzigen Einbäumen zu einer tagelangen Jagd auf Piarukus mit, den wohl größten Süßwasserfischen der Welt. Auf einer kaum befahrenen Piste radelten sie dann ab der Urwaldmetropole Manaus, durch Steppen und Regenwald bis in die wenig bekannten Länder Guyanas, wo sie Lederschildkröten beim mitternächtlichen Laichen beobachteten, Indianer mit EU-Pässen beim rituellen Totenfest beiwohnten, die Abschussrampen der europäischen Raumfahrt besichtigten und die französische Verbannungsinseln, die Teufelsinseln, besuchten, die durch den Roman Papillon weltberühmt wurden. Mitten in der Regenzeit kämpften sie sich über eine aufgeweichte, für sämtliche andere Fahrzeuge für Wochen unbefahrbare Piste bis sie endlich die Flussmündungen erreichten, an denen sich bei Neumond urplötzlich die Pororoca, die alles zerschmetternde Gezeitenwelle, erhebt. Weiter ging es über Macapá, eine genau unter dem Äquator liegende Großstadt nach Belém, einer weiteren Metropole an der Amazonasmündung, in der alljährlich die weltgrößte katholische Prozession stattfindet. Aus dem verregneten Regenwald führte der Weiterweg in die staubtrockenen, kaum besiedelten Gegenden des Sertão, wo mitunter über viele Jahre hinweg nicht ein Tropfen des lebensspendenden Nass vom Himmel fällt und die durstigen, klapprigen Rinder an vertrockneten Kakteen kauen. In diesen Weiten gründeten einst entflohene Sklaven in unzugänglichen Gegenden unabhängige Siedlungen. Manche dieser Quilombos waren riesige, eigenständige und ebenfalls sklavenhaltende Königreiche, berichteten deren Nachfahren, die noch immer eine eigenständige Kultur und Tradition bewahrten. Irgendwo hier passierten die beiden Weltumradler einen ganz besonderen Höhepunkt: 200 000 bisher geradelte Kilometer! Nach einem kurzen Aufenthalt an der atlantischen Traumküste erreichten Axel und Peter den spektakulären Endpunkt ihrer spannenden Reise, die "schönste Insel der Welt", Fernando de Noronha.

Obwohl sich die Landschaften und die Natur während der ganzen Reise unglaublich abwechslungsreich zeigten, fesselten vor allem die einfache Bevölkerung die beiden Reisenden. Arme Drogenbauern, abenteuerlustige Goldsucher, unkontaktiert lebende Indianerstämme oder raubeinige Rinderzüchter – sie alle gehören genauso zu diesem großartigen Kontinent wie unbändige Lebensfreude oder zurückhaltender Charme.

Portrait der Referenten

1990 haben sich Axel und Peter zusammengetan, um gemeinsam mit dem Fahrrad um die Welt zu fahren. Bis dahin hatten sie ein "ganz normales" Leben hinter sich. Peter wurde 1968 in Sachsen geboren, besuchte dort die Schule und machte eine Ausbildung zum Schlosser. In seiner Freizeit unternahm er schon damals viele Reisen als Kletterer und Bergsteiger in die für ihn offenen Länder des Ostblocks. Das Fahrrad war dabei für ihn ein besonders naturverbundenes Reise- und Transportmittel.

Axel war 28 Jahre alt, als er im Juli 1995 nach mehr als fünf Jahren von der Weltumradelung ins heimische Saalfeld in Thüringen zurückkehrte. Er hatte genau wie Peter sein ganzes bisheriges Leben in der DDR verbracht und eine Ausbildung zum Lehrer und Erzieher absolviert. Sein Traum war immer einmal hinaus zu können in die Welt, einmal alles zu sehen.

Axel und Peter zeigten schon immer Interesse am Reisen und Fotografieren. Dennoch bereisen sie die Welt nicht um Fotos zu machen, sondern um Menschen, ihre Geschichten und Kulturen zu erleben und zu verstehen. Die Erlebnisse und Abenteuer dieser Reisen werden in aufsehenerregenden Diavorträgen wiedergegeben. Inzwischen haben sich die Beiden zu renommierten Fotojournalisten und Diareferenten entwickelt, was auch ihre TV- und Druckveröffentlichungen belegen. Weitere Reisen führten sie in den Oman, nach Australien, Südafrika und ins Amazonasgebiet u.v.m.

Seit ihrer Weltumradelung verbindet sie mit Südamerika eine besonders enge Beziehung. Durch das Elend der bolivianischen Straßenkinder berührt, unterstützen sie seit ihrer Weltumradelung drei Kinderheime in Santa Cruz. Ihre engagierte Arbeit rief in ihrer Heimatstadt Saalfeld einen Verein ins Leben, der verschiedene Kinderhilfsprojekte in Bolivien unterstützt.

Termine

Datum Stadt Ort Thema
14.03.2018
20:00 Uhr
Rheinfelden (D)
BZ + Buch Merkel + VHS
Bürgersaal im Rathaus Südamerika quer durch
Galapagos Anden Amzonas Atlantik